Stefan Zweig

Angst (1912)

Stefan Zweig Angst

Stefan Zweig
Stefan Zweig, 1912

 

 

 

 

 

 

"(...) man denkt sich die Wiener Literatur im Ausland als einen großen Caféhaustisch, um den wir alle herumsitzen Tag für Tag."

(aus einem Brief Zweigs an Hermann Hesse vom 2.3.1903)

Stefan Zweig Angst

Über das Buch

 

"Als Stefan Zweigs ›Angst‹ 1928 zum erstenmal verfilmt wurde, hielt ein französischer Kritiker die Vorlage für eine Novelle von Arthur Schnitzler. Das psychologische Raffinement von Zweigs bereits 1912 geschriebener Erzählung erinnert tatsächlich an Schnitzlers erst acht Jahre später entstandene ›Fräulein Else‹. Stefan Zweig spannt die bewußte Auslosung und Intensivierung der Angst bis zur Krise um eines Eingeständnisses willen in eine Erzählbericht, Dialog und inneren Monolog verbindende Form. Die gedankenlose Müdigkeit ihrer Ehe läßt Irene Wagner trotz ihrer beiden Kinder ein Verhältnis mit einem jungen Musiker eingehen. Sie empfindet vor jedem Rendezvous, indem sie sich »über den Rand ihrer täglichen Gefühle« beugt, »diese erste Angst, in der doch auch Ungeduld« brennt; als aber eine Frau »mit massigem Körper», die ihre heimlichen Wege beobachtet hat, sie zu erpressen beginnt, verliert diese Angst den Reiz des angenehm Vibrierenden..." (Text: ©Fischer Verlag)

 

" „Angst“ ist im Grunde genommen eine einfach erscheinende Geschichte über Ehebruch. Doch der Handlungsverlauf nimmt von der ersten Zeile an eine Dramatik an und entwickelt sich hin bis zur höchsten Spannung, bevor dann die unerwartete Wendung bzw. Auflösung dieses „Falles“ kommt. Ja, diese Novelle hat die Kraft eines Psychothrillers. Der Leser spürt die zerstörerische Gewalt der seelischen Qualen von Irene Wagner, die Stefan Zweig gerade mit dieser doch sehr klaren, aber gleichzeitig magischen Sprache brillant und elegant beschreibt.

„Angst“ ist eine zeitlose Geschichte, welche die Kommunikationslosigkeit in der Ehe, das Rollenverständnis zwischen Mann und Frau und die Befreiung von Angst durch Ehrlichkeit und Gespräch nicht besser und prägnanter darstellen könnte. Stefan Zweig hat uns eine äusserst menschliche Novelle hinterlassen, die den Leser an den psychodynamischen Entwicklungen der Hauptperson teilhaben, ja fast schon mitleiden und mitzittern lässt. „Angst“ ist ein grandioses sprachliches und psychologisches Bravourstück der deutschsprachigen Literatur!" (Durchleser-Literaturjournal)