Herman Melville

Bartleby, der  Schreiber (1853)

Herman Melville Bartleby, der Schreiber

Herman Melville
Foto: unbekannt / Wiki Commons

 

 

"There are certain queer times and occasions in this strange mixed affair we call life when a man takes his whole universe for a vast practical joke."

(aus: Herman Melville, Moby Dick)

 

 

Herman Melville (1819-1891), war zunächst Seemann - und erlebte Meutereien, Kannibalismus und Walfänge. Zurück in Massachusetts begann er 1846 zu schreiben. Seine Erzählungen und sein Roman Moby Dick bekamen schlechte Kritiken und verkauften sich schlecht. Überhaupt bekam er zu Lebzeiten den Erfolg seiner Bücher nicht zu spüren, und so verdiente er seinen Lebensunterhalt als Zollinspektor in New York City. Erst knapp 30 Jahre nach seinem Tod wurden seine Werke "wiederentdeckt" und verhalfen Melville zu seinem posthumen Ruhm.

Herman Melville Bartleby, der Schreiber

Über das Buch

 

"Ein New Yorker Notar sucht für seine Kanzlei einen Kopisten - vorstellig wird der ebenso harmlos wie unscheinbar wirkende Bartleby, der fortan schweigsam und wie mechanisch seiner Arbeit nachgeht. Doch dann beginnt der blasse Mann, sich zu verweigern: Immer öfter erklärt er mit sanfter Stimme, dass er es vorziehe, einen Auftrag nicht zu erledigen, und alle Versuche des Notars, seinen seltsamen Schreiber zur Vernunft zu bringen, scheinen zum Scheitern verurteilt ... Mit seiner absurden Komik und pointierten Sprache zählt Herman Melvilles "Bartleby" (1853) zu den bedeutendsten Erzählungen der Weltliteratur."(buecher.de)

 

"Vielleicht erfreut sich Bartleby heute auch deshalb so großer Beliebtheit, weil wir selbst gern öfter lieber nicht wollten, die Gegebenheiten uns aber dazu nötigen, gegen unseren Willen zu handeln. Doch wie weit geht ein freier Wille? Wie sehr darf er entkoppelt sein von unserem Umfeld? Und wie weit kann Verweigerung treiben? Bartleby, so heißt es abschließend, habe vor seiner Tätigkeit in der Anwaltskanzlei bei der Post gearbeitet. Im Dead Letter Office. Er habe unzustellbare Briefe vernichtet. Was dem Erzähler als mögliche Begründung für dessen Lebensverweigerung, dessen Hoffnungslosigkeit äußerst plausibel erscheint." (Sophie Weigand, Literaturen)