Christa Wolf

Kein Ort. Nirgends. (1979)

Christa Wolf Kein Ort Nirgends

Christa Wolf
Foto: Klaus Oberst / Bundesarchiv

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Auch das beschreibe ich ja: wie wir damals dauernd in den Atlas geguckt haben, nach möglichen Orten. Aber wir wussten nicht, wohin - "Kein Ort. Nirgends", das ist der Ausdruck für mein Lebensgefühl damals. Es gab für mich keine Alternativen, keinen Ort."

(in einem Interview mit dem SPIEGEL, 14.6.2010)

Christa Wolf Kein Ort Nirgends

Über das Buch

 

Im Juni 1804 sind Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist zu einer Teegesellschaft in Winkel am Rhein eingeladen – eine fiktive Begegnung: Christa Wolf lässt die empfindsamen Dichter, beides Außenseiter, aufeinandertreffen, lässt sie nachdenken über fehlende Freiräume, über das nicht lebbare Leben und zeigt die Parallelen zu ihrer eigenen Gegenwart.

1979 erschienen, bringt das Buch uns zwei Menschen nahe, die an dem System, in dem sie stecken, zu verzweifeln drohen und die doch wissen: »Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.« (Suhrkamp)

 

Da haben wir Ton, Thema, Trauer des neuen Buches von Christa Wolf: Von zwei bis zum Tod von eigener Hand aus den gesellschaftlichen Zusammenhängen damaliger Zeit ausgestoßenen Schriftstellern sprechend, spricht die Erzählerin auch von ihrer Zeit, von sich, von uns. Selbst wenn die Anfänge dieser Erzählung über Ereignisse vor zweihundert Jahren in der unruhigen Zeit um 1968 zu suchen sind, kann man solche Sätze 1979 nicht lesen, ohne an Wolf Biermann und die Zwangsausbürgerung von Künstlern aus der DDR zu denken (...) (Rolf Michaelis, DIE ZEIT, 16.3.1979)