Gustav Meyrink

Der Golem

Gustav Meyrink
Gustav Meyrink

 

 

 

 

 

„Es gibt eine unsichtbare Welt, die die sichtbare durchdringt.“

 

 

 

 

*1868  †1932

Gustav Meyer - sein eigentlicher Name - war zunächst Inhaber eines Bank und Wechslergeschäftes in Prag. Nach dessen Bankrott zog Meyrink, wie er sich dann nannte, nach Wien und arbeitete als Redakteur eines Satiremagazins, schrieb für den Simplicissimus und veröffentlichte Novellen und Romane. Mitglied mehrerer Geheimbünde, nach eigener Aussage in telepathischen Kontakt mit einem Guru stehend und 1927 zum Buddhismus konvertiert. 

Über das Buch

"Es ist nicht das vielbeschworene, freilich außergewöhnlich gelungene Prager Kolorit, das diesen Roman prägt, es ist auch nicht der bloße phantastische Schauder, der den Leser jederzeit ergreifen kann. Auch die Vielstimmigkeit, das Labyrinthische seines so einfachen Erzählens ist nicht das Alleinstellungsmerkmal dieses Werks. Nein, den „Golem“ zeichnet aus, dass er die einmalige Kraft besitzt, denjenigen, der ihn aufschlägt, in seine kabbalistisch-magische, lebenszerstörende und lebengebende Sphäre zu verrücken. (...) Ohne „innewohnendes Bewußtsein“ kommt dieses Werk daher – wie passend, soll Meyrink sich doch selbst nach jemandem umgesehen haben, der ihm seinen Roman auslegen könnte. Wie jener „Stein, der wie ein Stück Fett aussieht“, der den Erzähler am Anfang in seinen Traum gleiten lässt, entzieht sich der „Golem“ dem Zugriff seines Lesers, er entgleitet ihm, wann immer er ihn zu packen glaubt, und zieht ihn dadurch immer tiefer in sich hinein. Und genau so, wie im Zimmer ohne Eingang aus der kindlich gemalten Tarock-Karte der Golem wächst, mit dem Pernath im Geiste um die Hoheit ringt, wächst aus Meyrinks einfacher Sprache, aus den mit böhmischem Akzent sprechenden Nebenfiguren, dem diabolischen Trödler Wassertrum und dem vom Hass verzehrten Charousek, der wundergläubigen Mirjam und ihrem kabbalakundigen Vater Hillel ein einmaliges, ein „seelisches“ Kunstwerk, ein Roman, der keinen Vergleich fürchten muss, zu dem sich überhaupt kein Vergleich anstellen ließe, so sehr man sich auch mühte. Im 20. Jahrhundert bildet er die Krone jener Raritäten, die man „ein gutes Buch“ nennt; wenn Prosa zu solchen Werken fähig ist, versöhnt man sich gerne mit ihren vielen, allzuvielen Belanglosigkeiten." (Johannes Schmidt, literaturkriktik.de)