Gertraud Klemm

Muttergehäuse

Gertraud Klemm Muttergehäuse

Gertraud Klemm
Foto: detailsinn.at

 

 

 

 

 

 

 

 

"Es gibt diesen Wettkampf der Märtyrerinnen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Frauen für ihre unbezahlten Leistungen nach einer anderen Währung suchen. Und sie im Leiden finden. So nach dem Motto: Je mehr ich leide, desto mehr leiste, desto mehr liebe ich. Und das ist meiner Meinung nach ein Trugschluss. Man muss nicht leiden, um zu lieben."

(Gertraud Klemm in einem Interview mit der WELT)

Über das Buch

"Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihre Umgebung zum Feind. Als sie sich zur Adoption eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Versagen für alle sichtbar. Die Mühlen der Bürokratie tun ihr Übriges. Freunde werden zu Fremden, der Alltag wird zum Hürdenlauf, der auch dann nicht endet, als das Kind kommt. Die Mutterschaft entpuppt sich als verwinkeltes Gehäuse, in das sie erst hineinfinden muss." (Klappentext)

 

"Gertraud Klemm legt mit „Muttergehäuse“einen eindrucksvollen Roman vor, in dem sie radikal und scharf Mutterschaft und Adoption ausleuchtet. Hier geht es um eine Auseinandersetzung mit Fragen rund um Norm, Normalität, Rollenerwartungen, Verhältnismäßigkeit und Gerechtigkeit. Schonungslos und hart erzählt sie Fakten – eine Erzählweise, die Emotionen nicht benennt, sondern erfahren lässt. Diese Sprache, stark in den Bildern und im Rhythmus, zieht mit und – obwohl nüchtern und schnell – fängt sie gerade die Gefühle direkt und ohne Umschweife ein. Einen Gegenpol zur Geschichte als solcher bilden die Träume, die den ganzen Text begleiten. Sie zeigen die Protagonistin ungeschützt, was eigentlich für den gesamten Roman zutrifft, in den Träumen jedoch begegnen wir ihr als Leserinnen und Leser nochmals auf ganz andere Art und Weise. Die Träume offenbaren Wünsche, Ängste, Haltungen, die die Frau in dieser Form nie aussprechen würde, die jedoch da sind, in ihr drin, und ihr Handeln und Denken ebenfalls beeinflussen. .."(Liliane Studer, literaturkritik.de)