Christian Hanne

Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith

Auszug aus Christian Hanne Familienbetrieb

Christian Hanne
Foto: Stefanie Fiebrig

"Vor meinem geistigen Auge sah ich mich im Garten eines toskanischen Landhauses sitzen, mein Blick schweift nach Inspiration heischend über Olivenhaine und Weinberge. Ab und an tippe ich Sätze von Thomas Mannscher Qualität in eine mechanische Schreibmaschine (ja, mein geistiges Auge ist eher ein wenig nostalgisch veranlagt und hat ein Faible für die 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts). Gelegentlich tritt die Freundin zu mir in den Garten, serviert mir Kaffee sowie frisch gebackenen Kuchen und bringt ihre Bewunderung ob meiner literarischen Höchstleistungen in angemessenen, wohlfeilen Worten zum Ausdruck.

Spätestens an dieser Stelle hätte mir dämmern sollen, dass mein Idealbild des schriftstellerischen Wirkens in höchstem Maße unrealistisch ist." (Making of Das Buch, Familienbetrieb)

Christian Hanne Wenns ein Junge wird nennen wir ihn Judith

Über das Buch

 

Christian Hanne, Jahrgang 1975, wuchs im Westerwald auf und hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel »Nackte Kanone« geschaut. Heute hat er seine Freude an Texten von Jan Weiler, Stefan Schwarz, Axel Hacke, Kirsten Fuchs und Horst Evers. Er lebt mit Frau und zwei Kindern in Berlin-Moabit, seit 2002 arbeitet er als Kommunikationsberater. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. 

Unter dem Namen »Familienbetrieb« begeistert der Autor via Blog, Twitter und Facebook eine riesige Fangemeinde mit Depeschen aus seinem Familienleben. Jetzt hat er sein erstes Buch geschrieben. Keine Best of-Sammlung seiner Online-Texte, sondern zwölf Geschichten darüber, wie es ist, in Zeiten privater Geschlechterparität ein Kind zu bekommen. (© Seitenstraßen Verlag)

 

Handelt es sich bei dem Buch um das Geständnis der frühen Anfangstage des Familienbetriebs, so ist das erste Kapitel das Prequel zum Vorspann. Zu diesem Zeitpunkt ist noch gar niemand schwanger. Genau richtig also, denn es lädt Leserin wie Leser langsam aber sicher in die verschrobene Welt des Autors ein, um dann zum Kapitelende fulminant mit einem echten Kracher abzuschließen. (Johnny von Johnnys Papablog)